Im Lauf der Zeit, also innerhalb von 30 Jahren, sind viele künstlerische Projekte entstanden, die in ihren Ansätzen theoretische Fragestellungen für meine Dissertation und  für weitere Projekte vorweg genommen haben. In meinem Archiv zu stöbern, ist daher immer wieder spannend für mich. Vieles gehört noch ordentlich aufgearbeitet. Es steht also im kommenden Jahr einiges an Arbeit an.

Eines meiner Lieblingsprojekte ist „ZEICHENZEIT“ im Rahmen des „sound:frame – Festivals zur Visualisierung von elektronischer Musik wikipedia.org/wiki/Soundframe“ im Wiener Künstlerhaus www.k-haus.at/ aus dem Jahr 2008 mit Eva Bischof-Herlbauer (4youreye) und Alexander Minichmair (sounddesign).

Im Grunde geht es um die Frage der Identität und der Macht von Bildern im Rahmen ihrer Speicher- und Zirkulationstechniken. Anders gefragt: Besitzen wir Menschen einen geistigen Ort, an dem wir jenseits von bedeutungsgeladenen Medien (Bild|Text) genau wissen, wer wir sind? Ja, diesen Ort besitzen wir. Wir wissen, ob etwas zu uns gehört, ob wir uns nahe sind oder eben nicht. Doch manchmal ist das Tor zu diesem speziellen Ort versperrt, die Brücke gesprengt, der Tunnel verlegt. Kunst hat die Kraft diese „Verlegenheit“ aus dem Weg zu räumen.

Untenstehend sind Text und der Link zum Video der Installation, welches auf einen Steinkreis projiziert wurde, zu finden. Im Hindergrund der Fotos ist der Videoschnitt von Eva Bischof-Herlbauer zu sehen.

 

„Zwischen 2004 und 2008 setzten sich Isabella Scharf-Minichmair und Eva Bischof-Herlbauer (4youreye) in kollektiven Foto- und Videoarbeiten mit der ästhetischen Dimension lebendiger Selbst-und Welterfahrung auseinander. In einer Zeit verwirrender Bilder-, Symbol- und Zeichenvielfalt stellt sich die Frage nach narrativen Bedeutungszusammenhängen und nach einer sich wandelnden Identität durch das Bildhafte. Die Installation ZEICHENZEIT ist eine Gedankenreise durch diesen historisch bedingten Wandel. Die sich wiederholenden, unterschiedlichen Archetypen- auch religiös-mythisch-symbolische Bilder- stehen dabei für kollektive Übereinkünfte, illusionistische Bedeutungen, Etiketten und Anpassungen. Sie sind Ausdruck und Phänomen der menschlichen Psyche und gesellschaftlichen Verfasstheit und stellen die Betrachter in einer schnelllebigen medialen Welt durch das Element der Wiederholung auf die Probe.“