Nach einigen fotografischen schwarz-weiß Versuchen zum Ausstellungsbeitrag Oxymoron, ist im Arbeitsprozess, wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, eine Frage aufgetaucht: Gibt es fotografische Utopien?

Eine Fotografie bildet etwas ab, das eben noch war und nun gerade nicht mehr ist. Kann sie also etwas Zukünftiges, noch nicht Erdachtes oder Gesehenes, einen Nicht- Ort abbilden? Oder zeigen Fotografien neben dem Vergangenen ohnedies immer etwas Ungesehenes, Unbedachtes? Wie die Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft OÖ in ihrer letzten Ausstellung UNSICHTBARES SEHEN in der Reihe „Höhenrausch 2016 – Engelszungen“ im OK – Offenes Kulturhaus Linz bereits untersucht haben.

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Sind also die Fotografie als Abbildungstechnik und die Utopie als ein Nicht-Ort (aus altgriechisch οὐ- ou- „nicht-“ und τόπος tópos „Ort“) ein Widerspruch? Ich glaube fotografische Utopien sind so etwas wie ein „dritter Ort“ (thirdspace) – ein sowohl als auch. So ist für mich nichts besser geeignet als die Konkrete Fotografie (Concrete Photography), um einerseits an den traditionellen Formen des Abbildens zu kratzen und mich andererseits  dem Widersprüchlichen fotografisch anzunähern. Das fotografische Abbild lässt im Kontext der Konkreten Fotografie die Grenzen zwischen realen und imaginierten Räumen verschwimmen.